Lernen aus Zwischenfällen
Die Abkürzung „CIRS“ steht für: „Critical
Incident Reporting System“.
CIRSÒ ist ein in der Schweiz geschützter
Begriff.
Dr.med. Sven Staender
s.staender[at]spitalmaennedorf.ch
Zwischenfalls-Meldesysteme (im Englischen Incident Reporting
Systems – IRS- genannt) haben ihren Ursprung in der Fliegerei und sind in der Schweiz schon
seit über 10 Jahren unter den Begriffen CIRSÒ oder CIRSmedical bekannt.
Das Ziel all dieser Systeme ist, in einer geschützten
Umgebung den Benutzern dieser Systeme die Möglichkeit zu geben, unter Wahrung
der Vertraulichkeit oder der Anonymität über kritische Vorfälle in ihrem jeweiligen
Arbeitsumfeld zu berichten. Die Erkenntnis aus anderen Industrien (Fliegerei,
Chemische Industrie, Kernkraftwerke, Flugzeugträger etc.) hat nämlich gezeigt,
dass in diesen anekdotischen Berichten oft viel Wissen über Schwachstellen in
den Systemen zu finden ist. In den sogenannten High-reliability-organizations
(HRO) stellen IRS eine Art „Fenster zum System“ dar.
Incident Reporting Systeme sind somit ein Teil des
PDCA-Zyklus (Plan-do-check-act), indem sie die Handlungsgrundlage für
systematische Verbesserungen aufzeigen.
Nachteil der jeweiligen Systeme ist allerdings, dass sie
wegen des oft anonymen Charakters der Meldungen dann nur beschränkt
Rückschlüsse auf die detaillierten Hintergründe eines Falles zulassen. Eine
regelrechte „Root-cause-Analyse“ einzig auf der Grundlage einer einzelnen
Meldung ist somit etwas problematisch. Dennoch können Häufungen einzelner
Meldungen zu einem Themenkreis (z.B. Mediaktionsfehler) zugeordnet werden und
dann Grundlage für eine systematische Analyse des jeweiligen Bereichs einer
Organisation darstellen.
Ein nach wie vor ungeklärtes Problem ist der rechtliche
Schutz derartiger Zwischenfalls-Datenbanken in der Schweiz (Stichwort „Editionspflicht“
und „Organisationshaftung“ etc.). Hier ist eindeutiger Handlungsbedarf gegeben.

Ein Critical
Incident droht... ![]()
Diese Seite soll Ihnen die Hintergründe zu CIRSÒ näher bringen, die Entstehungsgeschichte
aufzeigen und Links zu wichtigen Partnern in dieser Thematik auflisten.
Weiterführende Literatur und Links:
·
Erstbeschreibung
CIRS (Int. Journal of Medical Informatics;
1997; 47: 87-90)
·
Übersichtsarbeit Incident
Reporting
·
VSAO-Artikel zu CIRS und
CIRSmedical (S. 28)
·
Buchkapitel Incident
Reporting
·
Juristische Probleme in der Schweiz mit Incident Reporting Teil 1 und Teil 2
·
Projekt CIRRNET der
Schweizer Stiftung für Patientensicherheit
·
Quick-alerts
aus dem Projekt CIRRNET
·
Geknickter
Periduralkatheter
·
Ampullenbeschriftung
Sufentanil
·
Kontaminiertes
Ultraschallgel
·
Hintergrundartikel
zum Thema Offenlegung von Fehlern in der Medizin
·
Übersichtsarbeit zum IRS der
Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG); 2005
·
Übersichtsarbeit der CIRS-Erfahrungen
am Kantonsspital St.-Gallen
·
Artikel Neue
Zürcher Zeitung (NZZ) zum Thema Fehlerkultur (20.8.2005)
·
Workshop on the Investigation
and Reporting of Incidents and Accidents (IRIA 2002)
Anbieter (Auswahl) von web-basierten Incident Reporting Systemen
in der Schweiz:
·
New-Win AG: HCIRS: www.new-win.ch
·
ProtecData: CIRSmedical: www.cirsmedical.ch www.CIRSmedical.de
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Netrange: St.-Galler Meldeportal: www.meldeportal.ch